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Was ist Vorhofflimmern?

Vorhofflimmern ist ein schneller, unregelmäßiger Herzrhythmus, der in den Vorhöfen entsteht. Beim Vorhofflimmern kann die Herzfrequenz bis zu 300 Schläge pro Minute in den Vorhöfen und bis zu 150 Schläge pro Minute in den Ventrikeln erreichen.

Warum ist es wichtig, Vorhofflimmern zu behandeln?

Der schnelle, unregelmäßige Rhythmus beim Vorhofflimmern bewirkt, dass das Blut nicht komplett aus den Vorhöfen herausgepumpt wird. Das kann zu Blutansammlungen und Blutgerinnseln führen. Wenn ein solches Blutgerinnsel in einer Arterie im Gehirn steckenbleibt, führt das zu einem Schlaganfall. Menschen, die unter Vorhofflimmern leiden, haben ein 5- bis 7fach erhöhtes Schlaganfallrisiko.

Vorhofflimmern kann auch zu Herzversagen führen. Von Herzversagen spricht man, wenn das Herz nicht mehr genügend Blut pumpen kann, um die Organe zu versorgen.

Glücklicherweise können diese Risiken durch Behandlung von Vorhofflimmern deutlich reduziert werden. Die Art der Behandlung wird von Patienten und Ärzten gemeinsam geplant.

Wann tritt Vorhofflimmern auf?

Vorhofflimmern kann sowohl als eigenständige Erkrankung auftreten, als auch in Zusammenhang mit anderen Herzerkrankungen, z.B. Herzklappenerkrankungen.

Welche Symptome können auftreten?

  • Kurzatmigkeit (z.B. beim Treppensteigen)
  • Palpitationen (Herzrasen oder Herzstolpern)
  • Brustschmerzen
  • Benommenheit, Schwindel oder sogar Ohnmachtsanfälle
  • Schwächegefühl

Es ist aber auch möglich, dass man trotz Vorhofflimmerns keines dieser Symptome verspürt

Formen von Vorhofflimmern

Es gibt 3 Formen von Vorhofflimmern: paroxysmal (oder intermittierend), persistierend, und permanent (oder chronisch).

  1. Paroxysmales Vorhofflimmern: kurze Episoden von Vorhofflimmern, die von selbst aufhören, ohne medikamentöse Intervention. Die Behandlung von paroxysmalem Vorhofflimmern kann den Patienten helfen, die unter den Symptomen leiden.
  2. Persistierendes Vorhofflimmern: Episoden von Vorhofflimmern, die durch Gabe von Medikamenten oder Elektroschockbehandlung beendet werden können.
  3. Permanentes Vorhofflimmern: Episoden von Vorhofflimmern, die nicht durch Gabe von Medikamenten oder Elektroschockbehandlung beendet werden können.

Mit Vorhofflimmern verbundene Risikofaktoren

Bei manchen Menschen kann Vorhofflimmern ohne erkennbare Ursache auftreten. Jedoch existieren einige Risikofaktoren, die das Auftreten von Vorhofflimmern begünstigen können:

  • Bluthochdruck
  • Herzerkrankungen
  • Herzklappenerkrankungen
  • Diabetes
  • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Lungenerkrankungen

Wie wird Vorhofflimmern diagnostiziert?

Für die Diagnostik von Vorhofflimmern werden die gleichen Untersuchungen durchgeführt wie zur Diagnostik anderer Herzrhythmusstörungen. Unter „Wie wird eine Arrhythmie diagnostiziert?” finden Sie eine Beschreibung dieser Untersuchungen.

Behandlungsmöglichkeiten und Zielsetzung

Für Vorhofflimmern gibt es folgende Behandlungsoptionen:

  • Medikamentöse Behandlung: Antiarrhythmika in Kombination mit Antikoagulantien
  • Katheterablation
  • Chirurgische Ablation (in den meisten Fällen in Kombination mit Mitralklappenchirurgie)

Es gibt zwei mögliche Zielsetzungen bei der Behandlung von Vorhofflimmern:

  1. Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus (Rhythmuskontrolle)
    Wenn Vorhofflimmern nicht behandelt wird, kann es langfristig zu Herzschwäche und permanenter Herzschädigung führen. Die Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus reduziert deutlich das Schlaganfallsrisiko, indem die Blutgerinnselbildung verhindert wird. Zusätzliche Medikation mit Antikoagulantien trägt zur Vermeidung von Blutgerinnseln bei. Frühzeitige Behandlung von Vorhofflimmern kann die Entstehung permanenter Schädigungen vermeiden.
  2. Verlangsamung der Herzfrequenz (Frequenzkontrolle)
    Eine andere Zielsetzung der Behandlung von Vorhofflimmern ist, die Herzfrequenz zu verlangsamen, ohne das Vorhofflimmern zu beenden (Frequenzkontrolle). Mit einer langsameren Frequenz kann das Herz effizienter pumpen, wodurch dauerhafte Schädigungen vermieden werden können und die Symptome gelindert werden. Die Frequenzkontrolle beseitigt allerdings nicht die Ursache der Rhythmusstörung.

    Patienten, die unter Vorhofflimmern leiden, sollten die Behandlungsmöglichkeiten mit ihrem Arzt besprechen.
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